Architekturland Tirol

4 Alpine Fusion Die neue Bahn vom Stadtzentrum hinauf auf die Hungerburg ist knapp ein Jahr nach ihrer Eröffnung zu einem markanten Wahrzeichen von Innsbruck geworden. Die Hungerburgbahn, scheint es, möchte mit seiner Schwester, der Bergiselschanze, konkurrieren. Im Vorfeld hat die außergewöhnliche Gestaltung des Nahverkehrsmittels für Kontroversen gesorgt, wie es vielleicht üblich ist bei öffentlichen Bauwerken dieser Dimension. Die neue Bahn ist von Zaha Hadid. Die Hungerburgbahn ist nach der Bergiselschanze ihr zweites Projekt in Innsbruck und mit dieser Bahn hat sich die beschauliche Landeshauptstadt endgültig in den Olymp der Architekturszene gehievt. Denn Hadid ist die unbestrittene Vorreiterin der Avantgarde, sie kann als die Planerin bezeichnet werden, die am radikalsten mit konventionellen Bauformen bricht. Ihr Verständnis von Architektur ist visionär und weist weit hinein in eine scheinbar ferne Zukunft. In Innsbruck hat sie zwei ihrer Visionen verwirklicht. Die Talstation der neuen Hungerburgbahn befindet sich beim Congress Innsbruck, nur 200 m von der Altstadt entfernt. Gleich nach dem Start taucht Station Alpenzoo | © Nordpark HUNGERBURGBAHN FACTBOX Höhe Talstation: 569 m Höhe Bergstation: 857 m Streckenlänge: 1.838 m Höhenunterschied: 288 m Fahrzeit: 8.10 min. Betriebsgeschwindigkeit: 10m/s Wagenfassungsraum: 130 Personen Förderleistung: 1200 P/h Fertigstellung 2007 Bauzeit 2 Jahre die Bahn in einen ersten kurzen Tunnel, um beim Löwenhaus wieder ans Tageslicht zu treten. Dann schlängelt sie sich über die spektakuläre neue Brücke über den Inn. Der nächste Tunnel weist eine Steigung von 46 % auf, aber die Fahrgäste merken nichts davon. Die Kabinen der Bahn bleiben während der Fahrt dank der hydraulischen Stelleinheiten senkrecht. Die Station Alpenzoo steht da wie ein Leuchtturm. Die Bahn folgt der Trasse, steil hinauf auf die Bergstation Hungerburg. In knapp 8 Minuten legt sie die gesamte Strecke zurück, die auf einer Länge von 1.800 m Tunnels und Brücken passiert und dabei einen ganz eigenen, einen aufregenden Rhythmus erzeugt. Sie befördert die Fahrgäste nicht nur hinauf nach Hoch-Innsbruck, sondern sie vollzieht mit jeder Fahrt eine alpine Fusion: Vom Untergrund mitten hinein in ein Alpenpanorama, das immer wieder als Postkartenmotiv punktet.

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