16 LERNEN Gescheite Häuser Der wichtigste Lehrsatz der Sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (SOWI) der Universität Innsbruck lautet Transparenz – nach innen und außen. Dementsprechend ist auch das SOWI-Gebäude des Architekturbüros Henke und Schreieck von Transparenz geprägt. Körper und Bauch der auffallend fein und sorgfältig ausgeführten Beton-Stahl-Glas-Konstruktion öffnen Blicke in alle Richtungen. Der alte Baumbestand des angrenzenden Hofgartens ist fast überall präsent, er blitzt durch großzügige Verglasungen, über Fensterbänder und Durchblicke bis in die Gänge und Hörsäle. Und über allem thront die Nordkette. Durch die Längs- und Quererschließung und die vielen Glasflächen ist das Gebäude maximal überschaubar, in seinem Inneren ist gewährleistet, dass offen und in kleinen Gruppen gearbeitet werden kann. Viele der kleinen Unterrichtsräume haben Glaswände und vermitteln den Eindruck von Austausch, von gemeinsamem Lernen und Forschen. Das zweite Universitätsgebäude von Henke und Schreieck in Tirol, die private Medizinuniversität UMIT, befindet sich auf einem Parkgrundstück in leichter Hanglage mit wertvollem altem Baumbestand am Rande der Altstadt von Hall. In bewusstem Kontrast zur „Dramaturgie“ der umgebenden Landschaft entwarfen die Architekten für den Standort zwei abstrakte Kuben mit einem Grundriss von 60 x 60 m, deren Fassaden von geschosshohen Sonnenschutzlamellen geprägt sind. Zum einen erzeugen diese Gebäude urbane Dichte, zum anderen bleiben der landschaftliche Zusammenhang und die Topographie des Geländes unverändert erhalten. Weil offenes Lernen aber nicht erst an der Universität beginnt und dort auch nicht endet, entstand in Tirol in den letzten Jahren auch eine ganze Reihe moderner Schulen und Ausstellungshäuser. Beispiele dafür sind die Volksschule Amras von riccione architekten und die Volksschule Leisach von Machné Architekten, die viel Platz zum Lernen und Herumtoben bieten, sowie das Archäologische Museum Aguntum und das Alpinarium
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